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20.06.2016 02:46

Begriffsklärung: Sozialer Konflikt

Soziale Konflikte gehören zu unserem Alltag. In den DeafTrain-Konfliktseminaren verwenden wir den Begriff nach einer Definition von Fritz Glasl.

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Konflikte können unterschiedliche Formen haben. Es gibt Konflikte, an denen nur eine Person beteiligt ist, also innere Konflikte, die die betroffene Person alleine lösen muss. Daneben gibt es natürlich Konflikte, die sich zwischen mehreren Personen, Gruppen, Organisationen, Staaten usw. abspielen. Die Ursachen für solche Konflikte können zum Beispiel unterschiedliche religiöse, kulturelle oder moralische Überzeugungen sein oder auch Rollenkonflikte, unfaire Behandlung, individuelle Unterschiede in der Wahrnehmung und vieles mehr.

In unseren Konfliktmanagement-Seminaren geht es um Konflikte zwischen mehreren Personen und Gruppen. Als theoretische Grundlage für diese Seminare orientieren wir uns an einer Definition des sozialen Konflikts von Fritz Glasl. Diese Definition besagt in etwa folgendes:

Zu einem sozialen Konflikt gehören immer mindestens zwei beteiligte Personen, Gruppen, Organisationen usw. Ein Konflikt kann also zwischen zwei Einzelpersonen stattfinden, zum Beispiel Freund und Freundin oder zwischen Gruppen von Menschen, zum Beispiel in einem Verein, in dem verschiedene Gruppen von Vereinsmitgliedern unterschiedliche Vorstellungen haben.

Damit eine unangenehme Situation zum Konflikt wird, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein.

  1. Mindestens eine der beteiligten Personen nimmt etwas anderes wahr, denkt, fühlt oder möchte etwas anderes als eine oder mehrere der anderen beteiligten Personen.
  2. Diese Person fühlt sich dadurch beeinträchtigt, das heißt sie hat das Gefühl, dass sie durch den oder die Anderen am Umsetzen ihrer Gedanken, Wünsche, Gefühle etc. gehindert wird oder ihr dieses erschwert wird.

Wenn eine Person mit dem Verhalten eines anderen nicht einverstanden ist, ohne dass sie sich selbst aber davon beeinträchtigt fühlt, liegt also kein Konflikt vor. Auch wenn eine Person zwar eigentlich etwas anderes wollte, es aber nicht als Störung empfindet, dass sie ihren Wunsch nicht durchsetzen kann (vielleicht weil es ihr nicht so wichtig war oder sie es auf einen anderen Zeitpunkt verschieben kann) spricht man nicht von einem Konflikt. Es müssen also immer beide Bedingungen erfüllt sein.

 

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